Das Geheimnis des Königsschlosses

Es war eine dunkle, stürmische Nacht, als eine Gruppe von fünf Freunden, Anna, Max, Lena, lea und Bell, beschlossen hatten, das alte Königsschloss zu erkunden. Das riesige, verlassene Herrenhaus am Rand des Waldes war seit Jahren ein Thema unter den Dorfbewohnern. Geschichten über mysteriöse Vorkommnissen, verschwundene Menschen, und unerklärliche Geräusche in der Nacht hielten jeden fern. Aber die Freunde waren neugierig. Sie wollten herausfinden, was wirklich hinter den gruseligen Erzählungen steckte.

Die Türen vom Königsschlosses knarrten, als sie hineingingen, und der modrige Geruch alter, feuchter Wände schlug ihnen entgegen. Die Atmosphäre war düster, und ihre Taschenlampen warfen geisterhafte Schatten auf die Wände. Als sie durch das Haus schlichen, fanden sie schnell die ersten seltsamen Hinweise – auf dem Boden lagen zerbrochene Glasflaschen, und in einer der Ecken standen Bilderrahmen, die wie von Geisterhand umgefallen waren.

„Da stimmt etwas nicht.“, flüsterte Max, als er ein seltsames Geräusch hörte – ein leises, unheimliches Flüstern, das aus dem oberen Stockwerk zu kommen schien.

„Das ist nur der Wind“, sagte Anna, obwohl sie selbst nicht ganz sicher war.

Plötzlich ertönte ein lautes Krachen. Alle erstarrten. Es kam aus der Bibliothek im zweiten Stock. Mit zitternden Händen zogen sie ihre Handys heraus, aber die Batterien waren fast leer. Nur noch ihre Taschenlampen gaben etwas Licht.

„Das ist unsere Chance“, sagte Jonas. „Wir gehen nach oben.“

Langsam und vorsichtig stiegen sie die knarrende Treppe hinauf. Als sie den Raum erreichten, in dem das Geräusch hergekommen war, stockte ihnen der Atem. Auf dem Boden lag eine alte, blutverschmierte Waffe. Doch viel beunruhigender war, was sie daneben fanden – ein altes Tagebuch.

Anna nahm es vorsichtig in die Hand und schlug es auf. Es war das Tagebuch vom König, dem ehemaligen Besitzer des Anwesens, der vor 30 Jahren unter mysteriösen Umständen verschwand. Seine letzten Einträge waren erschreckend.

„Sie kommen. Ich höre sie. Die Schatten… Sie werden mich holen“, stand in einer besonders düsteren Passage.

Plötzlich hörten sie es – ein rasendes Kratzen an der Wand, dann ein lautes Geräusch, als ob etwas Schweres über den Boden schlidderte.

„Wir müssen hier raus“, rief Sarah panisch. Doch als sie sich umdrehten, stand der Ausgang plötzlich nicht mehr da. Die Tür war verschwunden, und vor ihnen öffnete sich ein neuer, düsterer Gang.

„Wir sind gefangen“, sagte Luca mit zitternder Stimme.

In diesem Moment begann der Boden zu vibrieren. Eine kühle, unheimliche Präsenz durchzog den Raum. Sie fühlten, dass sie beobachtet wurden, aber niemand war zu sehen. Plötzlich tauchten aus dem Nichts mehrere Gestalten auf – keine Menschen, sondern seltsame, schemenhafte Wesen, die sich mit rasender Geschwindigkeit durch die Dunkelheit bewegten.

„Lauft!“ brüllte Max, und sie rennen los. Aber die Wesen verfolgten sie, blitzschnell und lautlos. In einem verzweifelten Versuch, sich zu retten, stürmten sie in einen der Räume und versuchten, die Tür zu verschließen.

Aber es war zu spät.

Die Wesen waren schneller. Sie stürmten durch die Wand, als ob diese nichts mehr als Luft wäre, und packten die Freunde. Ihre kalten, toten Hände griffen nach ihnen, und eine eisige, furchteinflößende Stimme flüsterte: „Ihr gehört jetzt uns.“

Dann begann der Raum zu verschwimmen, und alles wurde schwarz.

Als die Polizei das Anwesen am nächsten Morgen durchsuchte, fanden sie nur das Tagebuch vom König und ein paar verwirrte, aber leere Zimmer. Die fünf Freunde waren spurlos verschwunden, als wären sie nie dort gewesen.

Doch die Dorfbewohner sagen noch immer, dass an den stürmischen Nächten ein flimmerndes Licht aus dem Fenster vom König zu sehen ist. Und wer genau hinsieht, kann manchmal in den Schatten die schemenhaften Gestalten erkennen – die, die nie gegangen sind.